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Der ägyptische Gang baut auf die Adlerschwingen auf.  Zu den Bewegungen der Adlerschwingen gesellen sich jetzt jedoch parallel noch die der Beine: bei jeder Einatmung hebt sich ein Bein, beginnend mit dem rechten.

Aufsteigende Adlerschwingen:

–       Einatmung: die Hände schließen sich langsam zu Fäusten, gleichzeitig hebt sich das rechte Bein.

–       Ausatmung: die Fäuste zu den Schultern führen, das Bein wird vor dem anderen abgestellt.

Es ist sinnvoll, zwischendurch für einen Augenblick das Gewicht zwischen den Füßen auszubalancieren, so dass beide Beine gleichermassen belastet werden.

–       Einatmung: die Ellenbogen seitlich heben bis in die Waagerechte, das linke Bein wird gehoben.

–       Ausatmung: die Fäuste entfernen sich von den Schultern, bis Oberarme und Unterarme in einem rechten Winkel zueinander stehen, die Fäuste zeigen nach vorne, linkes Bein vor dem rechten absetzen.

–       Einatmung: die Fäuste zum Himmel drehen (Unterarme aufstellen),  rechtes Bein heben.

–       Ausatmung: Hande öffnen: Die KA-Stellung. Das linke Bein wird vor dem rechten abgestellt.

In der Ka-Haltung angekommen, bleiben die Beine passiv voreinander stehen, die Handflächen drehen sich mit der Einatmung nach vorne, und der Rumpf beschreibt mit der nächsten Ausatmung eine Drehung nach links. Das Becken folgt nicht der Bewegung, und der Blick bleibt weiter nach vorne gerichtet. In der Endstellung wird der rechte Arm angesehen.  Rückkehr des Rumpfes in die Mitte mit der nächsten Einatmung, Ausatmung: Drehung nach rechts.

Rückkehr mit der Einatmung,

–     Ausatmung: die Handflächen werden zueinander gedreht.

Mit der nächsten Einatmung  sinken die Unterarme auf die Seiten, in die Verlängerung der Oberarme, gleichzeitig wird das hintere, linke Bein gehoben.

–      Ausatmung: das Bein wird vor dem rechten abgestellt, die Arme sinken.

Erneute immobilität der Beine

–     Einatmung: die Arme steigen wieder auf den Seiten,

–     Ausatmung: die KA-Haltung. Diesmal steht der linke Fuß vorne.

Mit der Einatmung werden die Handflächen nach vorne gedreht. Dann erfolgt die Drehung nach rechts mit der nächsten Ausatmung, das Becken bleibt immobil, oder dreht sogar in die entgegengesetzte Richtung, nach links. Der Blick nach vorne. Rückkehr mit der Einatmung, dann erneute Drehung des Rumpfes nach rechts.

–      Einatmung: Rückkehr.

–      Ausatmung: die Handflächen werden zueinander gedreht.

Absteigende Adlerschwingen:

–       Einatmung: die Hände schließen sich erneut zu Fäusten, das rechte Bein wird gehoben.

–       Ausatmung: die Unterarme wieder vorne in die Waagerechte bringen, rechtes Bein vorne abstellen.

–       Einatmung: die Fäuste den Schultern nähern, linkes Bein heben.

–       Ausatmung: die Ellenbogen sinken, linkes Bein vor dem rechten abstellen.

–       Einatmung: die Fäuste sinken (Arme wieder gestreckt), rechtes Bein heben.

–       Ausatmung: die Hände öffnen sich langsam, das rechte Bein wird abgestellt.

Wirkungen

Die Bewegungen erinnern an das Balancieren auf einem Seil. Tatsächlich hat die Übung den Charakter einer dynamischen Gleichgewichts-Übung, um so mehr,  je mehr die Füße voreinander abgestellt werden.

Nichtsdestotrotz ist es aber möglich, die Füße zu Anfang etwas versetzt aufzustellen, um den Ablauf zu vereinfachen.

In Verbindung mit der Drehung erfolgt hier eine tiefgreifende Wirkung auf den gesamten Bewegungsaparat.

Fehlhaltungen können so auf lange Sicht bewußt gemacht und korrigiert werden, nicht zuletzt durch die Stärkung der Muskulatur von Rücken und Bauch.

Symbolik

Der ägyptische Gang mit Drehung ist eine der  Haltungen des Gottes Schu. Dieser wird häufig als Himmelsträger abgebildet: Eine menschliche Gestalt, die auf der Erde  stehend den Himme mit erhobenen Armen stützt bzw. nach oben stemmt. Auf einer symbolischen Ebene ist der  Mensch Mittler zwischen oben und unten. In der Übung des ägyptischen Ganges geht es darum,   diese Stellung bewußt einzunehmen.

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